Problemzone: stehendes Gewässer

Das Hauptproblem aller Gewässer, insbesondere der stehenden Gewässer ist der ständige Eintrag organischer Masse. Das führt zu immer stärkerem Pflanzen- und Algenwachstum!

Die Folgen sind unter anderem (oder auch in einigen Fällen ganz besonders) ein niedriger Sauerstoffgehalt. Es entsteht ein enormes O2 -Defizit und somit eine hohe Konzentration von Abwasserpilzen, einer Lebensgemeinschaft aus diversen Bakterien. Diese wachsen sehr schnell und bilden dabei lange Fäden, dicke weißliche Überzüge oder flockige Massen. Langsam füllt sich so ein Gewässer von unten her mit einer Biomasse, sehr schnell und viel mehr als es vertragen kann, die wiederum Pflanzen und Algen einen guten Nährboden liefert. Die Folge ist - irgendwann wird das Gewässer zu Land.

Eine ständige Verschlechterung der Wasserqualität führt letztendlich auch zu kränkelnden Teichbewohnern wie Fische, Lurche, Teichmuscheln und sonstige Kleinstlebewesen und endet oft tödlich.

Eine Teichreinigung ist also notwendig und dient auch dem aktiven Naturschutz.

In Finthen gibt ein kleines Gewässer, Ententeich genannt, dass im Lauf der Jahre langsam zuwuchs, auch aufgrund mangelnder Pflege. Unbestätigten Gerüchten nach sollen die Enten auf diesem Teich im wahrsten Sinne des Wortes „auf” dem Teich leben, bei soviel Schlamm bekommen sie den Bauch nicht einmal mehr nass.

Bei größeren Seen dauert dieser Prozess Jahrtausende, kleinere Dorfweiher, Feuerlöschteiche oder wie der Finther Ententeich sind oft schon nach 10-30 Jahren vollkommen versumpft, wenn sie nicht regelmäßig geräumt und gereinigt werden.

Da sich der Einsatz von Baggern und Lastkraftwagen für den Abtransport verbot, es wären größere Zufahrtswege notwendig gewesen, mussten Allroundtalente mit Köpfchen her. Natürlich war auch Muskelkraft gefragt. Aber über das verfügen gerade Reservisten in einem hohen Masse und so konnte der Verkrautung verstärkt durch unseren Nachwuchs und mit viele Elan....der Kampf angesagt werden.

In der Nähe von Wohnanlagen sind verschlammte, unter Umständen sogar umkippende Seen eher Fehl am Platz, es musste etwas getan werden. Frei nach dem Motto: “Wenn nicht wir, wer dann, Reservisten auf Abfallmission” nahmen sich die Mitglieder der Reservistenkameradschaft Finthen im Jahre 2005 dieses Problems an und organisierten eine Teich-Reinigung. Das soll heißen, nicht nur die Organisation, sondern auch die Durchführung.

Nach erfolgter Aufklärung und daraus resultierende Angriffsplanung wurde die Beseitigung der Besetzung durch Gestrüpp und Kraut gestartet und erfolgreich abgeschlossen.

Durch die Reinigungsarbeiten in Gang gesetzten Wasserbewegungen bewirken im Teich auch in tieferen Schichten eine Sauerstoffzufuhr, was zu einem verstärkten Abbau der organischen Substanzen führt. Allerdings kann man nicht damit rechnen, dass dieses von langer Dauer ist. Da zudem viele Gräser, Schilfe und sonstiges Gestrüpp sich nie endgültig zurüchziehen, wurden weitere Aktionen in den folgenden Jahren notwendig.

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