Ein Teil der Festungsgewerke wurde weder gesprengt noch anderweitig beseitigt. Die Gründe dafür liegen sehr im Dunklen, war kein Geld mehr vorhanden oder fand man keine Verwendung mehr für die Reste? Es gibt auch die starke Vermutung, dass die Sprengung und Beseitigung zwar in Rechnung gestellt, die Durchführung aber einfach „vergessen” wurde. Die Anlagen wurden einfach zugeschüttet, unter Müll, Laub und Erde versteckt.
In Rheinhessen hatte es bis 1918 so gut wie keine Kriegshandlungen gegeben, der erste Weltkriedg war für den größten Teil der Bevölkerung nur aus der Zeitung, der Frontberichterstattung oder von urlaubenden Soldaten bekannt. Nach Kriegsende wurde zwar an der Beseitigung des Festungswerkes gearbeitet, aber die Erinnerung an die Festung Mainz und die damit verbundenen Kriegspläne verschwanden sehr schnell aus dem Bewusstsein der Region.
Reste der Festungsanlagen blieben aber vorhanden, unter anderem einer von zwei Wasserbunkern etwa 500 Meter südwestlich des Schießstandes in Wackernheim. Der Landesarchäologe Dr. Gerd Rupprecht erwarb von der Verbandsgemeinde Heidesheim einen 1850 Quadratmeter umfassenden Erdhügel unweit der amerikanischen McCully-Kaserne für den symbolischen Preis von einem Euro. Unter dieser, von Akazien bewachsene Anhöhe liegt der (unser) Wasserbunker.
Begraben unter Erddreich, Abfall und vor allem anderem von Problemmüll.