Neben anderen Abteilungen war in diesem Amt ein „Funkhorchdienst Luftwaffe” geplant, der das Abhören des fremden Fernmeldeverkehrs, die Flugwegverfolgung der fremden Luftwaffe, die Erfassung technischer Daten (Frequenzbereiche, Impulsverfahren, Steuerungsarten, etc.) und auch die Störung fremder Funk- und Radardienste durchführen sollte.
Beim Aufbau griff man auf bewährte Kräfte der ehemaligen Luftnachrichtentruppe und des Forschungsamtes der Luftwaffe zurück. Es wurde von Beginn an bereits zwischen der Fernmeldeaufklärung und der Elektronische Aufklärung unterschieden. Begann man 1956 mit der Einrichtung des Dienstbereichs Elektronische Aufklärung innerhalb neuen Führungsdienste, konnten endlich 1960 die Fernmelderegimenter 71 (im Norden) und 72 (im Süden) ihren Dienst aufnehmen.
Ab Mitte der sechziger Jahre errichtete die Bundeswehr im Auftrag der NATO, verteilt über das damalige Westdeutschland 5 Funkaufklärungsanlagen mit praktisch baugleichen Türmen. Diese bildeten eine Art „Perlenkette” entlang der deutschdeutschen bzw. deutsch-tschechischen Grenze.
Es rankten sich sogleich viele Verschwörungstheorien um diese Türme, von versenkbaren Raketensilos bis hin zu Strahlungsquellen zu Gehirnmanipulationen, zumal die Bezeichnungen als Fernmeldesektoren für viele mißverständlich waren.
Zusammen mit den NATO Dienststellen aus der Radaraufklärung - im Fernbereich bis 840 Km (512 NM) und Nahbereich bis 30 Km (18 NM) und der Satellitenaufklärung - wurde von den Soldaten hervorragende Arbeit geleistet.