Zur Biwakausrüstung der Soldaten gehörten schon immer die Zeltbahn, eine Wolldecke, später im ausgehenden 19. Jahrhundert der Schlafsack, teilweise ab den 1940er Jahren ein Biwaksack sowie Ess- und Kochgeschirr mit Esbit-Kocher und das war es im großen und ganzen.
Aber warum in's Biwak?
Natürlich ist es bequemer zu Hause auf der Couch, natürlich gucken einen Bekannte vielleicht etwas schräg an, schließlich hat man ja auch ein Zuhause, ein bequemes Bett und muss das eigentlich nicht tun.
Doch, man muss es nur einfach machen, immer wieder, einmal infiziert gibt es kein zurück.
Die Atmosphäre eines Biwaks einem außen Stehenden zu beschreiben ist schwer, sehr schwer. Der Kameradschaftsgeist ist unbeschreiblich wohltuend, die Rückbesinnung an Luft und Wetter, Licht, Nacht und Dunkelheit, die Gespräche im Kreis der Gleichgesinnten sind wie ein Reset-Button, Reaktivierung des eigenen Ichs.
Man muss sich das richtig vorstellen: die Vergangenheit, jener Teil des eigenen Lebens der nicht hierher gehört, ist weggepackt. Die Tür hinter einem ist abgeschlossen, in der Gewissheit, ab jetzt ist man in einer anderen Welt, ohne Telefon, Fernseher, ohne Schlange im Supermarkt. Die nächsten Tage nur das eigene Ich im Kreise der Kameraden, man wird süchtig.