Das Schießen

Das Bild des Soldaten hat sich seit dem 16. Jahrhundert gewandelt. Dominierte in Zeit der ersten stehenden Heere bis in das 19. Jahrhundert die der Kämpfer mit der Feuerwaffe, setzen die Erfordernisse, die heute im Einsatz an den Soldaten gestellt werden, neben den allgemeinen militärischen Fertigkeiten, Fach- kenntnisse aus nahezu allen anderen Bereichen, vom Luftfahrzeugmechaniker über den Mechatroniker bis hin zum Informatiker voraus. Trotzdem gehört es immer noch zum Berufsbild des Soldaten mit Feuerwaffen umgehen zu können. Der Soldat und die Waffe gehören zusammen.

Während seiner aktiven Zeit lernt der Soldat seine persönliche Waffe kennen und bedienen. Es ist Realität, dass sich eine ballistische Waffe, also ein Rohr, aus dem ein ungelenktes Projektil abgefeuert wird, immer eigenartig benimmt.

 Vielleicht wird das Gewehr ja auch deshalb die Braut des Soldaten genannt.

Es ist eine Tatsache, dass jede sich Waffe aus der geschossen wird, sei es eine Pistole, ein Sturmgewehr oder eine Maschinenpistole, ein wenig von der anderen unterscheidet. Die herstellungsbedingte Streuung einer Waffe mag auf kurze Entfernung keinen Einfluss haben, aber schon auf 100 m kann die Ablage entscheidend größer sein und mal etwas daneben gehen, darum wird geübt, geübt, geübt.

Denn es ja nicht so, dass der Soldat so nahe rangeht, dass er das weiße im Auge.... aber lassen wir das einfach.

Es geht nicht anders: Übung ist notwendig.

 Bei einem Gewehr gibt es noch eine Sache. In der Regel ist so ein Gewehr ein Rückstoßlader, soll heißen, dass bei jedem Schuss durch die Trägheit des Rückstoßes eine neue Patrone in das Patronenlager geschoben wird. Ein solchen Rückstoss kann auch der stärkste nicht abfedern und die Waffe wird zu einem bockigen Esel, der dem Schützen mit voller Kraft gegen die Schulter tritt. Ist der Schütze untrainiert, ist die Wirkung fatal und er in kürzester Zeit nicht mehr einsetzbar. Darum trainieren, trainieren.

Das gilt auch für die Reservisten, denn der Reservist soll sich ja für einen Einsatz fit halten. Das Klischee vom Biergeformten Reservisten entspricht nicht der Wirklichkeit, es wird soldatisches Handwerk wie auch obligatorischer Waffendrill und Schießen geübt. Körperliche und geistige Fitness sind gefordert, Kameradschaft ist Motivation.

In Punkto Schießen kommt bei den Reservisten auch noch der Spaß am Schießsport hinzu.

Nur ist das kein Sport für Personen, die ihre Emotionen oder ihre Handlungen samt allen möglichen Konsequenzen nicht im Griff haben. Bei jedem einzelnen Schuss muss Körperhaltung, Puls und Atmung zum Zielen neu aufeinander abgestimmt werden.

Es ist eine Art Meditation mit Knalleffekt und ein Kampf gegen den inneren Schweinehund, der zu Nachlässigkeit und Leichtsinn auffordert. Um diesen Kampf zu gewinnen, ist Training wichtig sowohl körperlich als auch mental

- und deshalb macht Schießen auch Spaß!

Neben dem allgemeinen Schulschießen der Bundeswehr mit den Dienstwaffen der deutschen Streitkräfte findet man uns auch bei Schießen mit anderen Waffen, wie zum Beispiel Schießen mit dem Ordonnanzgewehr oder dem Kavalleriekarabiner. Auch beteiligen sich die Reservisten an nationalen und internationale militärischen Schießsportwett- kämpfen mit Gelegenheiten mal mit anderen ausländischen Waffen schießen zu können. Als Beispiel sei hier das Monte-Kali-Pokalschießen genannt.

Schauen Sie auch mal hier rein.

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