Sinn und Zweck von Vielseitigkeitswettkämpfen ist es, die militärischen Kenntnisse und Fertigkeiten unter Beweis zu stellen und die Handlungsfähigkeit im militärischen Aufgabenbereich aufzuzeigen. Ein Wettkampf soll auch die grenzüberschreitende Freundschaft und die Zusammenarbeit verschiedener Gruppen und Institutionen fördern, das gegenseitige Verständnis und den Geist der Kameradschaft vertiefen. Die Kameradschaft ist ein hohes Gut und sie will gepflegt sein, auch in einer Wettkampfsituation. Sich einer Aufgabe stellen, und gemeinsam das Ziel erreichen soll dem Wettkampf einen Sinn geben.

Die Wettkämpfe werden in der Öffentlichkeit durchgeführt, Zuschauer sind erwünscht und damit ist die Möglichkeit gegeben, der teilweise in der Bevölkerung verankerten falschen Meinung gegenüber Kameradschaften, Soldaten und auch Blaulicht Organisationen entgegen zu wirken. Aber natürlich soll auch ein klein wenig Werbung für den Eintritt in eine Reservistenkameradschaft getrieben werden.

Militärpatrouillen

Die Streitkräfte, hier die Bundeswehr kennen den Begriff der Militärpatrouille als Form des Gefechtsdienstes nicht. Unterschieden werden Aufklärungs- , Kampf- , Erkundungs- und Sicherungspatrouille. Um einen Konflikt mit militärischen Vorschriften zu vermeiden wurde bislang der Begriff Militärpatrouille gewählt.

In Anlehnung an eine Sicherungspatrouille (ohne die Form komplett umzusetzen), haben aus einer fiktiven Lage heraus die haben Mannschaften den Auftrag, eigene Versorgungsstraßen und Verbindungslinien aber auch den Einsatzraum insbesondere in gefährdetem Bereich zu sichern und unbekannte Kräfte aufzuklären.

Es wird das Lösen der Aufgaben auf und zwischen den einzelnen Stationen gewertet. Behinderungen und/oder Verweigerung von Hilfen anderer Mannschaften mit dem Ziel der Sicherung des eigenen Vorteils führen zu Punktabzug.

Militärpatrouille 2011

Am Samstag, dem 9. April haben wir als RK Finthen zusammen mit der RK Ingelheim die 26. Kreismilitärpatrouille durchgeführt. Am Reit- und Fahrverein 1927 e.V. Mainz-Finthen war der Gefechtsstand als Start- und Zielpunkt aufgebaut.

Bei strahlendem Sonnenschein gingen 9 Mannschaften auf die über 15 Kilometer lange Strecke. Vom Hauweg aus führte die Strecke am Wasserhäuschen vorbei zum Flugplatz Finthen und weiter zur Schießanlage Wackernheim. Der Wasserbunker Wackernheim des äußeren Mainzer Verteidigungsringes aus dem 19. Jahrhundert war die nächste Station, gefolgt von der alten Umladehalle der zum Verteidigungsring gehörenden Militäreisenbahn. Weiter führte der Weg bergab Richtung Norden bis zum Weiler Sandmühle. Die letzte Etappe bergauf zurück zum Hauweg war auf Zeit zurückzulegen.

Auf den weiteren Plätzen folgten die Mannschaften Germersheim I, RK Wonnegau, RK Fürst Blücher, RK Kurmainz, RK Undenheim, RAG Wettkampf, Germersheim II. Die Sieger konnten außer Pokal, Urkunde und Goldmedaille auch den Wanderpokal mit in das nordhessische Marbach nehmen, auf dem ihr Mannschaftsname bereits einmal eingraviert stand.

In guter Zusammenarbeit zwischen VdRBw-Kreisgeschäftsstelle, Landeskommando Rheinland- Pfalz und Reservisten aus der Kreisgruppe Rheinhessen wurde so eine Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt, die die Teilnehmer mit dem Gefühl nach Hause fahren ließ, im Jahr 2012 gerne wiederkehren zu wollen.

Militärpatrouille 2015

Lü Buwei war der überzeugung: „Fließendes Wasser fault nicht, die Türangeln rosten nicht, das kommt von der Bewegung” und meinte damit, wer Körper und Geist nicht fordert, rostet ein. Reservistinnen und Reservisten halten dagegen, ihr Wissens- und Erfahrungspotenzial auf einem hohen Stand und stellen dieses auch in Wettkämpfen unter Beweis.

 So auch bei der Rheinhessischen Militärpatrouille 2015 am 11. April 2015 in Finthen. Eingeladen hatte der Reservistenverband und 11 Mannschaften aus der Schweiz, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und natürlich Rheinland-Pfalz waren gekommen. Etwa 40 Reservisten aus der Kreisgruppe Rheinhessen waren an der Vorbereitung beteiligt und sicherten auch die reibungslose Durchführung mit dem Start- und Zielpunkt am Reit- und Fahrverein 1927 e.V. in Finthen.

Im Laufe der Jahre hat sich der Wettkampfablauf immer wieder den Erfordernissen angepasst. Die Stationen und die Wettkampfstrecke waren auf die differenzierten Herausforderungen der Bundeswehr in ihren Einsätzen abgestimmt. Die ganze Bandbreite militärischer Kenntnisse und Fähigkeiten wurde verlangt, neben traditionellen Fertigkeiten wie z.B. „überwinden von Hindernissen”, „ Zielwurf” und „Selbst- und Kameradenhilfe” war auch Wissen in Sicherheits-, Wehr und sonstigen politische Fragen gefordert: Präsident von Georgien „Welcher ...wili war das nochmal?” Geblieben ist auch die Herausforderung an Kraft und Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, schnelles Reaktionsvermögen, Zusammenarbeit im Team und stetige Handlungsfähigkeit.

Bei stürmischem, aber trockenem Frühjahrswetter ging es auf die Strecke und alle Mannschaften kamen durch. Wie immer gab es an der einen oder anderen Station Punktabzüge, aber insgesamt wurde ein hohes Niveau, alle Mannschaften lagen über dem Durchschnitt, erreicht.

So ging es doch mit teilweise gemischten Erwartungen zur Siegerehrung.

„Veni vidi vici” oder „und der Pott geht an….” erst einmal an alle Teilnehmer (und auch Funktioner), denn bei aller Rivalität im Wettkampf war die gelebte Kameradschaft in jeder Sekunde spürbar, das „Wir – Gefühl” herrschte vor.

 Als Gesamtsieger ging die Mannschaft der Reservistenkameradschaft Kirchheimbolanden mit dem von den Schweizer Kameraden gestifteten neuen Wanderpokal vom Platz, gefolgt von Saarland 2 und Saarland 3.

Auch beim Ausklang der Veranstaltung war Petrus auf der Seite der Reservisten, kein Regentropfen störte und so fuhren die Teilnehmer mit einem guten Gefühl und dem Wunsch nach Wiederholung nach Hause.

Leider kam durch viele, teilweise auch merkwürdige Komplikationen in der Gemarkung Finthen keine weitere Militärpatrouille mehr zustande. So sehr sich auch die Reservistenkameradschaft Finthen bemühte.

Schauen Sie trotzdem hier rein.

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